© Angela Stolle, Wappen der Kleingartenanlage, KGA Vogelsang 2 e.V.
Damals und Heute

Damals und Heute

Wurzeln der Armengärten

Durch fortschreitende Industrialisierung und Urbanisierung wuchs die Sehnsucht nach einem Garten, gerade in Hungerzeiten und während des Krieges war ein Garten eine Bereicherung der Lebensmittelversorgung sowie ein Ort für Sport und Spiel der Arbeiterkinder und Jugendlichen.



Vergabe von Pachtland

Der Initiator war der Statthalter von Schleswig-Holstein, Landgraf Carl von Hessen. Er milderte das Leid der Armen durch die Vergabe von Pachtland für den Anbau von Nahrungsmitteln.

© Angela Stolle, KGA Vogelsang e.V., Durch Industrialisierung und Urbanisierung wuchs die Sehnsucht nach einem Garten, gerade in Hunger- und Kriegszeiten war ein Garten eine Bereicherung der überlebensnotwendigen Lebensmittelversorgung... © Angela Stolle
Die Armengärten waren nur eine von mehreren Ursprungslinien

Zu den Wurzeln zählen:

Schrebergartenbewegung

Naturheilbewegung

Berliner Laubenkolonisten

Arbeitergärten des Roten Kreuzes

Gärten von Fabriken und Institutionen



Deutsch-deutsche Geschichte

© Angela Stolle, KGA Vogelsang 2 e.V., Ehemaliger Grenzstreifen 1961 mit Stacheldraht / Heute 2016 ist Treptow und Neukölln zu einer Grünfläche zusammengewachsen. © Angela Stolle
Grenzstreifen 1961-2016 | Die S-Bahnbrücke verbindet heute wieder zwei Bezirke

Zeitzeuge - KGA Vogelsang II

Unsere Kleingartenanlage lag einst im Grenzgebiet. Durch die Errichtung der Mauer verloren leider damals auch viele Neuköllner Gartenfreunde  ihre grünen bewirtschafteten Grundstücke. Wer zu Mauerzeiten eine verlassene Parzelle im Grenzgebiet pachten durfte, kam jedoch ohne weiteres nicht hinein. Gab es ein Treffen mit Freunden, brauchten auch diese, wie der Gartenfreund selbst, einen Passierschein. Denn hier stand sie, "die Mauer".

© Angela Stolle, KGA Vogelsang 2 e.V., Ehemaliger Grenzstreifen 1961 / Heute, 2016 ist Treptow und Neukölln zu einer Grünfläche zusammengewachsen, Deutsch-deutsche Geschichte © Angela Stolle
Sperrgebiet | "Darüber ist längst Gras und Efeu gewachsen."

Viele Namen wurden der Grenze gegeben,

zum Beispiel:

  • Staatsgrenze zu West-Berlin
  • Sektorengrenze
  • Deutsch-deutsche Grenze
  • Antifaschistischer Schutzwall
  • Schandmauer
  • Betonklotz

 


Sie war mehr als eine Steinmauer oder ein Betonklotz aus ein paar aneinander gereihten hohen Steinplatten. Die "Innerdeutsche Grenze" war ein gefährliches Sperrgebiet mit Minenfeldern und Selbstschussanlagen.

Zwischen den Mauern und Grenzzäunen gab es die Zone der Bewachung, die zur Verhinderung von Grenzannähern und Republikflüchtigen diente.

 

Die Mutigen - nach Freiheit strebend - riskierten durch tollkühne Aktionen ihr Leben. Um Grenzüberschreitungen aus der DDR zu stoppen, wurden viele mutige Menschen erschossen oder sie wurden wegen Republikflucht verurteilt und in Gefängnissen verwahrt.

 

Der damalige und umgangssprachliche "Todesstreifen", heute als Mauerwanderweg bekannt, ist dadurch immer noch mit Narben behaftet. So ist es fast ein Wunder, dass die Natur sich durchsetzen konnte, denn die damaligen "Grenztruppen" versprühten auf Sicherungsstreifen regelmäßig Herbezide sowie Pestizide. Innerhalb weniger Jahre nach der Wende, konnte sich die Ex-Grenze als eine grüne Flaniermeile entwickeln.

 

Anfänglich siedelte sich mühsam Kraut an, schließlich auch Pflanzen, die man für längst ausgestorben gehalten hatte und letztendlich, auch durch viele Pflanzaktionen, konnten die beiden Bezirke Neukölln und Treptow-Köpenick,  Ortsteil Plänterwald, sich wieder zu einem grünen Band  entwickeln, erblühen und zusammenwachsen. Obwohl man immer noch, nach so vielen Jahren des Mauerfalls, die Bezeichnungen "Ossis" und "Wessis" hört, macht es heutzutage keinen Unterschied mehr, denn unsere Gärtnerherzen schlugen immer und schlagen auch heute noch im gleichen Rhythmus.

Quelle der o.a. Fotos & Illustrationen: Gfrdn. Angela Stolle


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